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Sambucus nigra L,
lat.: Schwarzer Holunder
Schwarzer
Holunder zählt zu den ältesten und bekanntesten
Volksheilpflanzen. Für das einfache Volk des Mittelalters war
der Holunder eine regelrechte Apotheke. Er galt als
wunderwirkende Pflanze, Weisheiten wie „zieh den Hut vor einem
Holunderstrauch“ oder „zu jedem Haus gehört ein Holunderbusch“
weisen darauf hin. Seine vielfältige Heilkraft und
Verwendbarkeit wird aber auch heute wieder geschätzt, 1998 wurde
der schwarze Holunder zur Heilpflanze des Jahres erklärt. [1]
In jüngster
Zeit beschäftigt sich auch die pharmazeutische Wissenschaft
verstärkt mit dem schwarzen Holunder und dessen
gesundheitsbezogener Wirkung.
In der Kosmetik
werden hauptsächlich Auszüge aus den Holunderblüten verwendet,
jedoch findet allmählich auch das Holundersamenöl Verwendung.
Botanik:
Der schwarze
Holunder (Sambucus nigra L.) gehört zur Familie der
Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) und ist einer der wichtigsten
Vertreter der über 25 verschiedenen Holunderarten, welche vor
allem in Europa, Asien und Amerika vorkommen.[1]
Der schwarze
Holunder ist in ganz Europa beheimatet, aber auch in West- und
Mittelasien sowie in Australien und Südafrika verbreitet.
Anzutreffen ist der Holunderbusch an Waldrändern und Bachufern,
in der Nähe von Gebäuden, sogar in Städten an Straßenrändern, in
Stadtparks und an Teichanlagen. [2]
Der Holunder
ist ein flachwurzelnder, schnellwachsender Baum oder Strauch,
der drei bis sechs Meter hoch wird. [3] Die Borke ist grau bis
hellbraun gefärbt, tief gefurcht und korkig. Die Triebe sind
ebenfalls grau gefärbt und dicht mit Lentizellen
(
Spaltöffnungen)
bedeckt. Im Inneren der Triebe befindet sich ein weißer
Markstreifen. [1]
Die
dunkelgrünen Blätter des Holunders setzen sich aus 5-7
gegenständig unpaarig gefiederten Blättchen zusammen. Einzeln
betrachtet sind sie lanzettenförmig, vorne spitz zulaufend, am
Rande gezähnt und leicht behaart. Je nach Standort blühen die
kleinen gelblich-weißen, fünfstrahligen Blüten in großen
Trugdolden Ende Mai / Anfang Juni auf. Die nektarlosen
Holunderblüten verströmen einen intensiven, süßlichen Geruch,
der durch ätherische Öle hervorgerufen wird. [2]
Die
blauschwarzen Beeren, die botanisch gesehen eigentlich
Steinfrüchte sind, entwickeln sich aus den aromatischen Blüten
und sind oft bereits Anfang August reif. Sie beinhalten zwei
oder drei Samen und ein violettes Fruchtfleisch. Während der
Reifung der Früchte färben sich auch die Stiele, an denen sie
sitzen, rötlich. Die, an Vitamin C reichen Holunderbeeren sind
intensiv färbend, und werden aus diesem Grund unter anderem zur
Gewinnung von Lebensmittelfarbstoffen verwendet. [4]
Im Volksmund
bekam der Holunder im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Namen.
Sie deuten oft schon auf die Beschaffenheit, Verwendung oder
Heilwirkung dieser Pflanze hin. Bezeichnungen wie Holler,
Flieder, Elderbaum, Keilkebeerenbaum, Holder, Ellhorn oder
Schwitzbaum uvm. sind bekannt. Der Name Keilkebeerenbaum oder
kurz Kelke deutet auf seine Verwendung und Wirksamkeit bei
Koliken hin. Die Bezeichnung Schwitzbaum hängt mit der
schweißtreibenden Wirkung von Holunderblüten-Teezubereitungen
zusammen, die auch heute noch oft bei Erkältungskrankheiten
angewandt werden. [2]
Inhaltsstoffe:
In der
Heilkunde werden vor allem die Blüten und die Beeren des
schwarzen Holunders verwendet. Aber auch die Blätter, die Rinde
und die Wurzeln finden Anwendung, vor allem in der
Volksheilkunde.
In den Blüten
sind neben dem ätherischen Öl, welches sich aus über 60
verschiedenen Komponenten zusammensetzt, Flavonoide (u.a.
Kämpferol, Quercetin, Astragalin, Nicotiflorin und Rutosid),
Hydroxyzimtsäurederivate (u.a. p-Cumarsäure, Ferulasäure und
Kaffeesäure), Triterpene, Triterpensäuren und Sterole enthalten.
Weiters kommen Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kaliumsalze und in
Spuren Sambunigrin vor.
Die Früchte
sind reich an Flavonoiden, auch Gerbstoffe, Fruchtsäuren,
Zucker, Vitamine und Lectine sind enthalten.
In den Samen
der Holunderbeeren sind neben dem fetten Öl, welches sich zum
Großteil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzt,
auch Cyanglycoside wie Prunasin, Sambunigrin und Holocalin
enthalten.
In den Blättern
finden sich Sambunigrin, Gerbstoffe, Harze, Flavonoide und
Triterpene. Die Rinde enthält Sambucin, Triterpene, Saponin,
Phythämagglutinine, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und
Harze.
Die Wirkung der
Wurzeln beruht hauptsächlich auf den enthaltenen ätherischen
Ölen.
Literatur:
[1]
Renate Christandl, Alles Holler! Das Holunder-Kochbuch,
Steirische Verlagsgesellschaft, 2007
[2] Rita Pilaske,
Natürliche Hausapotheke Holunder; Fachverlag Fraund, 1. Auflage
2002
[3] Bayerische
Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Merkblatt 3157
[4] Arne Krüger,
Fachartikel „Holunder – Der Götterstrauch von Frau Holle“
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